REHKITZRETTUNG
Ein gemeinschaftliches Anliegen der Jägerschaft
GEMEINSAM LEBEN RETTEN
In den ersten Lebenswochen besitzen Rehkitze lediglich einen Duckreflex zum Schutz vor Fraßfeinden. Der fehlende Fluchtreflex wird ihnen zum Verhängnis bei der ersten Mahd der hohen Wiesen. Statt zu flüchten, ducken die kleinen Rehkitze sich, oft ist das ihr Todesurteil, doch einige erleiden grausame Verstümmelungen, welchen sie nach langer Qual erlegen.
Jäger, Landwirte und Helfer versuchen gemeinsam solch grausame Schicksale zu vermeiden durch ihr Engagement und den Einsatz von modernster Technik.
Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und privaten Piloten
Neben den Mitgliedern der KJV Biberach e.V. engagieren sich private Wildtierschutzvereine und private Einzelpiloten für die Rehkitzrettung im Landkreis Biberach.
Während der Setzzeit möchten oft aufgrund günstiger Witterungsbedingungen viele Landwirte gleichzeitig mähen, damit auch jede Wiese abgeflogen werden kann, koordinieren wir die Einsätze, um unnötige Fahrten zu vermeiden und jeden Auftrag wunschgemäß zu erfüllen.
Finanzierung durch Sponsoren
Eine Drohne kostet so viel wie ein Kleinwagen, doch ein Team mit einer Drohne könnten den gesamten Kreis nicht abdecken. Rund 80.000 ha landwirtschaftliche Fläche, die von 1.900 Landwirten bewirtschaftet werden umfasst der Landkreis, oft wird zeitgleich gemäht. Der Einsatz von mehreren Drohnen und Teams ist deswegen unerlässlich. Ohne großzügige Sponsoren sowie die Förderung durch das BMEL - Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wäre dieses Projekt gar nicht möglich.
Fakten
Kaum einer erahnt wie umfangreich und zeitintensiv sich dieses Unterfangen für alle Beteiligen gestaltet. Rein auf ehrenamtlicher Basis sind wir für den Tierschutz unterwegs, ein Auftrag in Leidenschaft.
Piloten, und Helfer sind derzeit aktiv
Drohnen sind im Eigentum der KJV Biberach e.V.
Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst der Landkreis Biberach
aktive Landwirte hat der Landkreis Biberach
Mit dem bloßen Auge nicht erkennbar, aber die Drohne zeigt ein Rehkitz
Unsere neuen Drohnen
Dank großzügiger Sponsoren und die Förderung durch das BMEL konnten wir gleich drei DJI Mavic 3T Drohnen anschaffen. Herzlich bedanken wir uns bei den Sponsoren:
- Jagdgenossenschaft Bad Schussenried
- Raphael Lochbühler
- Volksbank Ulm Biberach
- Sparkasse Biberach an der Riß
Folgende Vorteile bietet die DJI Mavic 3T:
- Flugzeit 35-45min je nach Windverhältnissen
- Wärmebildsensor 640x512px
- Weitwinkelkamera mit 48 Megapixel
- Teleobjektiv mit 12 Megapixel 56x Hybridzoom
- Präzision 0,1m Vertikal und 0,3m Horizontal
- Startgewicht 920g
- Höchstgeschwindigkeit zwischen 15 m/s und 21 m/s
- Maximale Windwiderstandsfähigkeit 12 m/s
Koordinierung von Einsätzen
Melde dich bitte je nach Region bei deinem zuständigen Ansprechpartner, wenn du eine Drohne der KJV Biberach e.V. in Anspruch nehmen willst.
Bevor Du einen Piloten kontaktierst, sollst du uns folgende Daten mitteilen können:
- Wer ist der zuständige Jagdausübungsberechtigte?
- Wie lautet die vollständigen Flurstückskennungen? (Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer ggf. Unternummer)
- Wie viel ha umfassen die Flächen?
- Wann müssen die Flächen abgeflogen werden ( Bitte spätestens 24h davor anmelden)
Wie läuft es ab?
1
Anfrage durch Jagdausübungsberechtigen oder Landwirt
Der Jagdausübungsberechtige oder der Landwirt teilen ihrem zuständigen Drohnenpiloten spätestens 24h vorher mit, dass sie mähen wollen mit Angabe der Flurstückskennung, und der Schlaggrößen.
Kurzfristige Anfragen führen zu Terminengpässen, bitte melde Dich rechtzeitig bei uns, damit wir unsere Einsätze planen können.
2
Einsatzplanung
Zusammen mit privaten Vereinen und privaten Piloten planen wir am Vorabend die Einsätze.
Unsere Ziele sind alle Anfragen wunschgemäß durchzuführen, Doppelbuchungen und lange Anfahrtswege zu vermeiden, sowie die Reduzierung der Einsatztage der einzelnen Teams.
3
Sicherung der Rehkitze
Das geschulte Drohnenteam fliegt die angemeldeten Flächen ab, sichert die Rehkitze und bringt sie samt Kiste in eine sichere Umgebung
4
Meldung beim Landwirt oder Jagdausübungsberechtige
Nach der Befliegung meldet sich das Drohnenteam und teilt mit, ob Rehkitze gesichert werden mussten und teilen den Standort der gesicherten Kitze mit. Außerdem wird vereinbart, wer die Kitze nach der Mahd freilässt.
5
Mähen der abgeflogenen Fläche
Zeitnah nachdem die Flächen abgeflogen wurden, muss gemäht werden, um Stress bei den Tieren zu vermeiden, insbesondere die Gais möchte schnellstmöglich wieder zum Kitz, um es zu säugen.
6
Freilassen der Kitze
Nach Absprache entlässt der Jagdausübungsberechtigte, Landwirt oder ein Mitglied des Teams die Kitze nach der Mahd in die Freiheit.
Rechtliche Folgen des Mähtods: Wer die Tötung oder die Verletzung von Wildtieren durch die Grünlandmahd für möglich hält, aber keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergreift, nimmt den Mähtod billigend in Kauf und macht sich damit strafbar. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis in den fünfstelligen Bereich und / oder mit Freiheitsstrafen bis zu 3 Jahre geahndet.
Unsere Ansprechpartner der Drohnenteams
Marcel Doneth
07582 /759825
0152/57369254
Obmann Kitzrettung
Klaus Funk
07582/663
0176/61635494
Bad Buchau und Umgebung
Marko Ziller
07583/926 9 500
Bad Schussenried und Umgebung
Manfred Lochbühler
0171/27 24 31 0
Laupheim und Umgebung